| Schonzeit an Rhein und Elbe! Aber Zander-Entzug!? Nein, das muss nicht sein! Gegen die aufkommenden Symptome, wie Betrachten von Fangbildern, wiederholtes Montieren der geliebten Zanderrute, exzessives Schmieren der Rolle, wildes Polieren der Bleiköpfe und weitere Merkmale des fortschreitenden Entzuges, gibt es ein hervorragendes Mittel: Zanderjagd am spanischen Riba-Roja Stausee! Geguidet von uns, aus Deutschlands führender Angelschule und im gepflegten Camp des ersten Veranstalters überhaupt am spanischen Ebro und unseres Kooperationspartners "Andree's Angelreisen"! Und das zur vermeintlich besten Fangzeit, wenn Unmengen an Friedfischen zum Laichen ins Flachwasser ziehen und die Zander am reich gedeckten Tisch Platz nehmen. So sah es zumindest noch aus, bevor Robert aus Österreich mit Spezi Sepp aus Bayern und Toni aus Südtirol das erste Zanderseminar 2008 an diesem Ausnahmerevier antraten. Unmittelbar vor Beginn des Kurses wurde der See um zirka einen Meter angestaut, die Wassertemperatur sank rapide um über drei Grad ab. Die schon mit dem Laichen beginnenden Rotaugen zogen sich wieder zurück und mit ihnen natürlich auch die Zander. Doch „einfach“ kann ja jeder und für die drei gestandenen Angler wurde es auch unter diesen erschwerten Voraussetzungen nicht zu einem Problem, sich die Fische zu erarbeiten. Und da Arbeit ja bekanntlich belohnt wird: Nach der Hälfte der Betreuung konnten wir immerhin schon 15 schöne Stachelritter verbuchen. Zwar nicht die von mir insgeheim erhofften Kapitalen aber immerhin schöne Fische bis über 70 Zentimeter Länge. Alle Zander waren in einer super Verfassung, spritzig im Drill, trotz ihrer vollgefressenen Bäuche. Auch als der Wind sich zum leichten Sturm mauserte und wir eine mehrstündige Zwangspause einlegen mussten, konnte dies die sehr gute Stimmung der Gruppe nicht vermiesen. Richtige Angler verstehen sich eben! Den dritten Seminartag mussten die drei wackeren Gebirgsjäger ohne mich bestreiten. Mein Kollege Rainer, der ebenfalls zusammen mit unserem Stammkunde Dominik im südlichsten Zander-Stützpunkt verweilte, übernahm den Job. Wobei - "Job" wäre wohl die falsche Bezeichnung: Die drei Alpenländler fischten schon nach kürzester Zeit so gut und verstanden sich untereinander richtig klasse, dass eine Betreuung im Sinne von Unterricht nicht mehr notwendig war.
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